Atempause

von kerstin.mueller
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Auf meinem sonntäglichen Schneespaziergang habe ich die verschneite Bank entdeckt. Wunderbar einladend und gleichzeitig sieht es so aus, als würde die Bank auch Pause machen. Ich musste sie gleich fotografieren, weil es so ein schönes Bild ist – für die Pausen, die wir uns immer wieder gönnen dürfen.

 

Auch im neuen Jahr geht der Pandemie-Marathon weiter und so ist es notwendig, dass wir alle mit unseren Kräften haushalten und schauen, dass wir noch genug Energie übrig haben, um über die Ziellinie zu laufen.

Uns allen dürfte im Laufe der Zeit klar geworden sein, dass es kein kurzer Sprint ist, sondern ein langer Marathon – allerdings einer, bei dem wir immer wieder die Ziellinie vor Augen haben und dann rückt sie doch wieder in weite Ferne.

Einer meiner guten Vorsätze für das neue Jahr lautet: „Mit der Energie des Jahres mitschwingen, so wenig wie möglich dagegen (das kostet nur unnötige Energie) und die „Geschenke“, die sich zeigen einfach mitnehmen und genießen“.

Eine bewusste Planung mit mehreren kleinen Atempausen hilft mir dabei. Es braucht auch Zeit, den Rhythmus und den Schwung des Jahres zu spüren, um dann mitzuschwingen.

Sich selbst zu spüren, wahrzunehmen und dann zu schauen, wie sich Bedürfnisse umsetzen lassen, erlebe ich als wunderbare Bereicherung. Wenn ich an die Zeit vor dem ersten Lockdown im März 2020 zurückdenke, fällt mir auf: Ich habe vieles gemacht, bevor das Bedürfnis da war und mich immer wieder selbst – ohne es zu beabsichtigen – daran gehindert, mich, mein Bedürfnis und die anschließende Bedürfniserfüllung zu spüren.

Das bedeutet nicht, dass ich jetzt nur noch nach meinen Bedürfnissen handle. Natürlich setze ich beispielsweise zum Einkaufen die entsprechende Maske auf und treffe Freunde aktuell online oder telefoniere mit ihnen.

In den Zeiten, die mir zur freien Verfügung stehen, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, erst einmal zu spüren, was ich aktuell brauche und dann zu schauen, wie ich mir das Bedürfnis erfülle.

Für mich ist das eine Achtsamkeitsübung, die sich in meinen Alltag eingeschlichen hat und nun fest etabliert ist. Ohne Lockdown und einschränkende Maßnahmen wäre das so in dieser Form nicht möglich gewesen. Es bedarf doch einiges an psychischer Energie und Willenskraft, sich darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist – insbesondere, wenn es so viele Optionen gibt, die zeigen, was alles möglich ist.

Natürlich freue auch ich mich wieder auf die Zeit, wenn uns wieder alle Türen offenstehen und die einschränkenden Maßnahmen nicht mehr notwendig sind. Ich hoffe, ich kann mir dann diese Energie bewahren und weiterhin viel von dem tun, was mir gut tut, und mich nicht zu sehr von dem mitreißen zu lassen, was alles möglich ist.

Nehmen Sie sich Zeit, sich selbst zu spüren. Ein bewusster Atemzug mit geschlossenen Augen reicht für den Anfang und mit der Übung und Wiederholung wird es leichter. Wer im Widerstand ist, verliert Energie. Wer jedoch immer wieder bei sich ankommt, kann seine Energie sammeln.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir uns auch in diesen Zeiten immer wieder ein bisschen (mehr) spüren können. Gemeinsam schaffen wir es über die Ziellinie. Und wer eine Pause braucht, der nimmt sie sich. Die Bank zum Ausruhen ist da und eine kleine Atempause kann jederzeit eingeschoben werden.

Herzliche Grüße, passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!
Ihre Kerstin Müller